Silberfischchen (Lepisma saccharina)

Silberfischchen gehören zu den sogenannten Urinsekten. Im Gegensatz zu den meisten anderen Insekten besitzen Silberfischchen und verwandte Arten keine Flügel. Lepisma saccharina wird sieben bis zwölf Millimeter lang und hat lange, gegliederte Geißelantennen. Der Brustabschnitt ist bei dieser Art deutlich verbreitert, während sich der Hinterleib nach hinten zu immer weiter verjüngt. Am Körperende fallen drei lange, borstenartige Fortsätze auf. Es handelt sich hierbei um die beiden seitlichen Cerci und das sog. Terminalfilum. Der deutsche Trivialname von Lepisma saccharina leitet sich davon ab, dass der ganze Körper der Tiere mit Schuppen bedeckt ist, was den Silberfischchen durch Lichtreflexion ein Silberglänzendes Aussehen verleiht.

Das nachtaktive Silberfischchen kommt in Mitteleuropa ausschließlich in beheizten Gebäuden vor, da es auf ein feuchtwarmes Klima angewiesen ist. Hier leben diese Urinsekten zum Beispiel in Privathaushalten, lebensmittelverarbeitenden Betrieben, Gewächshäusern oder Bibliotheken. Die Eier dieses Materialschädlings sind laut Hase (1938) relativ groß und leicht bräunlich bis rötlich gefärbt. Die Eiablage erfolgt üblicherweise in Ritzen oder Falten. Im Laufe ihres Lebens legen die Weibchen zwischen 50 und 150 Eier ab (Sloderbeck, 2004). Stein (1986) gibt eine durchschnittliche Anzahl von 70 Eiern pro Weibchen an. Lepisma saccharina können sich 20 bis 40-mal häuten und ein Alter von zwei bis fünf Jahre erreichen. Optimal für ihre Entwicklung sind Temperaturen von 25 bis 30 °C, sowie eine relative Luftfeuchtigkeit von 80 bis 90 %. Silberfischchen kommen vor allem in feuchten Wohnungen an dunklen, warmen Orten vor. Im Freien besiedelt Lepisma saccharina auch Vogelnester. Als Nahrung dienen stärke- und zuckerhaltige Materialien. Darüber hinaus sind die Tiere auch in der Lage cellulosehaltige Materialien zu verdauen. Nahrungsmangel können die adulten Silberfischchen erstaunlich lange tolerieren. Sloderbeck (2004) gibt an, dass einzelne Individuen bis zu 307 Tage ohne Nahrung überlebten.

Zurück