Flöhe (Siphonaptera)

Der Mensch kann von verschiedenen Floharten befallen werden, die häufig von Hunden, Katzen, Vögeln oder Nagetieren in die Wohnung eingeschleppt werden. Hierzu gehören zum Beispiel Menschenfloh (Pulex irritans), Katzenfloh (Ctenocephalides felis), Hundefloh (Ctenocephalides canis), Hühnerfloh (Ceratophyllus gallinae), Igelfloh (Archaeopsylla erinacei), Taubenfloh (Ceratophyllus columbae), Rattenfloh (Nosophyllus fasciatus) oder Mäusefloh (Leptopsyllus segnis).

Flöhe sind als geschlechtsreife Tiere (Imagines) meist zwei bis drei Millimeter große, flügellose Insekten mit seitlich stark abgeflachtem Körper. Die beiden hinteren Beinpaare sind als Sprungbeine entwickelt. Anders als beispielsweise Bienen oder Fliegen besitzen Flöhe anstelle von Facettenaugen lediglich kleine Einzelaugen. Die Antennen sind kurz und können in Kopfgruben eingeklappt werden. Die stechend-saugenden Mundwerkzeuge, mit denen die Tiere das Blut von Warmblütern trinken, sind dagegen kräftig entwickelt. Die Larven der Flöhe sind augen- und fußlos. Ähnlich wie manche Schmetterlingsraupen besitzen sie lediglich sog. Nachschieber, die den Flohlarven eine spannerraupenartige Fortbewegung erlaubt.

Bei den ausgewachsenen Flöhen nehmen beide Geschlechter in der Regel täglich Blut auf. Parasitiert werden in erster Linie Säugetiere, daneben aber auch Vögel. Die kräftig entwickelten Sprungbeine der Flöhe lassen Sprünge von bis zu 50 cm zu, was für die Wirtsfindung von großer Bedeutung ist. Meist werden die Wirte nur zur Nahrungsaufnahme aufgesucht, so dass sich stets nur 1 % einer Flohpopulation (inklusive der Larven) auf dem befallenen Warmblüter befindet. Die Flohweibchen legen insgesamt mehrere 100 Eier in Tierlager, Matratzen, Dielenritzen oder Teppichen ab. Nur wenige Tage später schlüpfen die Flohlarven, die sich von Detritus, Schimmel oder dem Kot der adulten Flöhe ernähren. Das Schlüpfen aus der Puppenhülle wird erst durch einen Erschütterungsreiz ausgelöst. Falls ein solcher Reiz, der in der Regel von einem möglichen Wirt verursacht wird, für längere Zeit ausbleibt, kann sich der Schlupf mehrere Monate lang verzögern. Auf diese Weise kann zum Beispiel beim Bezug einer Wohnung, die längere Zeit leer stand, ein Massenschlüpfen von Flöhen ausgelöst werden. Flöhe orientieren sich auch an Temperatur und CO2-Konzentration der Luft. Alle diese Faktoren ermöglichen es den Flöhen einen geeigneten Wirt zu finden. Unter günstigen Bedingungen erfordert die Generationenfolge bei den meisten Floharten lediglich zwei Wochen.

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